Ein Gedicht zeichnet sich primär durch seine rhythmische Gestaltung und eine spezifische äußere Form aus. Während klassische Werke meist in Versen (Zeilen) und Strophen (Abschnitten) gegliedert sind, verschwimmen diese formalen Grenzen in der modernen Lyrik zunehmend.
Die Struktur eines Gedichts wird maßgeblich durch das Metrum bestimmt, welches das Verhältnis von betonten und unbetonten Silben festlegt. Obwohl Reime oft zur rhythmischen Untermalung dienen, sind sie – ebenso wie ein festes Metrum – kein zwingendes Merkmal. Schon historische Dichter wie Goethe nutzten freie Rhythmen, um künstlerische Akzente zu setzen.
Die Gattung umfasst zahlreiche Unterformen wie das Sonett, die Ballade oder die Elegie. In der zeitgenössischen Dichtung nähern sich Gedichte oft der Prosa an und brechen traditionelle Regeln auf. Ein Extrembeispiel sind Formgedichte, bei denen die optische Anordnung der Wörter auf dem Papier selbst eine Bedeutungsebene (z. B. ein Bild) erzeugt.
Trotz der formalen Vielfalt lassen sich wesentliche Kernpunkte festhalten: